CURT-QUERNER-ARCHIV


Schlehdorn in Märzlandschaft mit Luchberg
Schlehdorn in Märzlandschaft mit Luchberg, 1973
Aquarell

Die Gasse
Die Gasse, 1959
Graphit auf Papier

Das Werk Curt Querners

Die Schaffenszeit Querners begann um das Jahr 1925 und endete mit dem Tod des Künstlers im März 1976. Drei bildnerische Medien bestimmen sein künstlerisches Vermächtnis.

Am Anfang der bildnerischen Arbeit, noch vor dem Studium an der Dresdner Kunstakademie, standen autodidaktische Versuche mit der Aquarellmalerei. Diese Technik begeisterte Querner ein Leben lang. Seinen leuchtendfarbigen Wasserfarbenblättern verdankt er einen großen Teil seines künsterischen Ruhmes. Im 1984 zusammengestellten Werkverzeichnis sind 2225 Aquarelle erfasst.

An der Kunstakademie begann Curt Querner, sich auch mit der Ölmalerei zu beschäftigen. Vor allem seine Auseinandersetzung mit der malerischen Tradition und der Wunsch, sich mit den „Großen“ der Kunstgeschichte und mit den bildnerischen Leistungen seiner Zeitgenossen zu messen, nährten sein Interesse an der Ölmalerei. 453 Gemälde gehören zum bekannten Teil seines künstlerischen Nachlasses.

Die Zeichnung diente Querner nicht nur als Medium der Notiz und des Studiums. Beginnend in den 1930er Jahren entstanden auch eine große Anzahl eigenständiger, vorwiegend mit dem Bleistift angefertigter Zeichnungen. Das Werkverzeichnis führt 856 Handzeichnungen auf.

Querner war der Maler dessen, was er vor sich sah. Aufwändige Bildkompositionen und das Malen aus dem Gedächtnis oder der Phantasie finden sich kaum in seinem Werk wieder. Bestimmende Bildthemen sind für ihn Porträt und Selbstporträt, Landschaft und Akt gewesen. Daneben stehen kleinere Werkgruppen wie die Bilder mit politischem Inhalt aus der Zeit von 1930 bis 1933 und die ab 1933 entstandenen „Bauernbilder“.

Querners Porträts sind nur in wenigen Fällen Auftragswerke gewesen. Er malte die Familie, Freunde, Kinder und Bauern aus dem Dorf - eine persönliche Beziehung zu den Dargestellten ist für ihn immer wichtig gewesen.

Ganz ähnlich suchte sich der Künstler auch meist seine Landschaftsmotive in der unmittelbaren Umgebung von Börnchen am Rand des Osterzgebirges. Bei seiner unentwegten Bestandsaufnahme des selben kleinen Landschaftsausschnittes, oft bei unwirtlichem Wetter, „wie der Bauer jedes Jahr aufs neue sein Feld bestellt“, entstanden Darstellungen von eindringlicher Intensität.

Die Auseinandersetzung mit der von ihm verehrten Malerei der Alten Meister fand für Querner besonders intensiv auf dem Gebiet der Aktdarstellung statt. Diesen Zusammenhang machen nicht nur seine Tagebucheintragungen zu Museumsbesuchen sondern auch die malerisch delikaten Ölbilder und Aquarelle der 1950er und 60er Jahre deutlich.

Ein Teil von Querners frühen Arbeiten wurden bei der Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 ein Opfer der Flammen. Nicht wenige Werke vernichtete der Künstler selbst aufgrund von persönlichen Um- und Neubewertungen bei häufig durchgeführten Durchsichten seiner Arbeiten.

Das Projekt eines Werkverzeichnisses wurde erst einige Jahre nach dem Tod des Künstlers von seiner Witwe und dem Kunsthistoriker Dr. Christian Dittrich begonnen. Von vielen Arbeiten ist der Verbleib nicht bekannt. Einige wurden auch vor dem kontrollierenden Auge des Staatlichen Kunsthandels bewußt bei der Erfassung zurückgehalten oder waren zu diesem Zeitpunkt nicht zugänglich. Es ist zu vermuten, dass eine erhebliche Menge authentischer Arbeiten Querners im vorliegenden Verzeichnis seiner Werke nicht berücksichtigt sind. Eine Fortschreibung des Verzeichnisses erscheint aus diesem Grund äußerst wünschenswert.

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